Porsche vs. Finanzamt - Das Urteil (Auto von der Steuer absetzen)
- Patricia Lederer

- vor 6 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Darf ein Unternehmer mehrere Porsche von der Steuer absetzen – ohne Fahrtenbuch und ohne 1 %-Regel?

Frankfurt am Main
23. März 2026
Porsche-Urteil: Wann das Finanzamt das Auto von der Steuer streicht
Darf ein Unternehmer mehrere Porsche von der Steuer absetzen – ohne Fahrtenbuch und ohne 1 %-Regel?
Mit genau dieser Frage musste sich der Bundesfinanzhof befassen. Die Antwort fällt für Steuerpflichtige eindeutig aus - mit allen Infos zum Thema Auto von der Steuer absetzen
Der Fall: Mehrere Porsche als Firmenwagen
Ein Unternehmer setzte gleich mehrere Fahrzeuge der Marke Porsche steuerlich ab, darunter:
Porsche Cayman
Porsche Panamera
Porsche Cayenne
Porsche 911 Carrera 4 GTS
Die Besonderheit: Der Unternehmer verzichtete vollständig auf ein Fahrtenbuch und nutzte auch nicht die 1 %-Regelung.
Stattdessen regelte er die Nutzung über GmbH Gesellschafterbeschlüsse: Die Fahrzeuge sollten ausschließlich betrieblich genutzt werden, private Fahrten waren untersagt.
Das Problem mit dem Finanzamt
Das Finanzamt erkannte diese Gestaltung nicht an.
Im Rahmen einer Betriebsprüfung unterstellte es eine private Nutzung der Fahrzeuge und schätzte den privaten Nutzungsanteil.
Für eines der Fahrzeuge – den besonders hochpreisigen Porsche – ging das Finanzamt noch weiter: Die Kosten wurden vollständig als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben eingestuft.
Entscheidung des Bundesfinanzhofs
Der Fall ging bis zum Bundesfinanzhof (Beschluss vom 17.12.2025, veröffentlicht am 12. März 2026, Az. I B 17/24).
Das Ergebnis:
Der Bundesfinanzhof gab dem Finanzamt Recht.
Entscheidend war dabei ein zentraler Punkt: Bei hochpreisigen Fahrzeugen spricht nach der Lebenserfahrung vieles dafür, dass diese auch privat genutzt werden.
Selbst ein ausdrückliches Privatnutzungsverbot reicht nicht aus, wenn:
kein Fahrtenbuch geführt wird
keine wirksame Kontrolle der Nutzung erfolgt
der Geschäftsführer Zugriff auf die Fahrzeuge hat
Warum das Urteil so wichtig ist
Das Urteil hat weitreichende Bedeutung für Unternehmer und Geschäftsführer.
Denn es zeigt deutlich: Das Finanzamt kann eine private Nutzung unterstellen – auch ohne konkreten Nachweis. Besonders kritisch wird es bei:
hochpreisigen Fahrzeugen
mehreren Fahrzeugen im Unternehmen
fehlender Dokumentation
Auto von der Steuer absetzen: Was jetzt gilt
Wenn Sie ein Fahrzeug steuerlich geltend machen wollen, sollten Sie eine der folgenden Methoden wählen:
1. Fahrtenbuch
genaue Dokumentation jeder Fahrt
rechtssicher, aber zeitaufwendig
2. Die 1 %-Regelung
pauschale Versteuerung
einfach, aber bei teuren Fahrzeugen teuer
Andere Modelle – etwa reine Nutzungsverbote ohne Nachweis – sind nach der aktuellen Rechtsprechung steuerrechtlich nicht zu halten.
Fazit
Das Porsche-Urteil des Bundesfinanzhofs macht deutlich:
Hochpreisige Fahrzeuge stehen besonders im Fokus des Finanzamts
Ohne klare Dokumentation drohen Steuernachzahlungen
Ein bloßes Privatnutzungsverbot reicht nicht aus
Wer sein Fahrzeug steuerlich absetzen will, sollte auf eine rechtssichere Gestaltung achten. Dass das möglich ist, zeigt der Lamborghini-Fall - Mehr dazu im TaxPro Newsblog



