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Steuerfahnder bei Adidas: Es geht um einen DFB-Vertrag

Die Staatsanwaltschaft ermittelt: Hat der DFB die Sachleistungen von Adidas korrekt versteuert?



Steuerfahndung

18. November 2021

Der DFB steht erneut im Visier der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Sachzuwendungen von Adidas.


Was ist passiert? Am Mittwoch steht die Steuerfahndung bei Adidas in der Zentrale Herzogenaurach vor der Tür. Die Ermittler interessieren sich für die Verträge von Adidas mit dem Deutschen Fussballbund.


Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung und der Bild geht es dabei um die Versteuerung von Sachzuwendungen durch den langjährigen DFB Sponsor zwischen 2015 und 2020. Der DFB habe Trikots, Schuhe und Bälle vom Sportartikel Hersteller Adidas erhalten - und eben diese sogenannten Sachzuwendungen nicht korrekt versteuert.


„Es kam nicht zu einer Durchsuchung, die Unterlagen wurden freiwillig herausgegeben“, sagte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.


Entscheidend ist die Frage, ob der DFB die Sachleistungen von Adidas korrekt versteuert hat - und um eine Millionensumme. Denn auf der einen Seite setzt Adidas die Sachleistungen an den DFB als Betriebsausgaben von der Steuer ab. Und auf der anderen Seite muss Adidas die Sachleistungen als Geldwerten Vorteil versteuern.


Aber ist das so einfach? Was sagt das Steuerrecht dazu?

Die Antwort: Es kommt drauf an.

Es kommt auf die Verträge an, die der DFB und Adidas vereinbart haben.


Anhand dieser Verträge gilt es eine Reihe steuerrechtlicher Fragen zu klären:


Was genau ist die Vertragsgrundlage für die Sachleistungen von Adidas an den DFB? Wie genau ist die Ausstattung des DFB mit Trikots, Schuhen und Bällen von Adidas geregelt? Ist das Sponsoring, oder sind es Geschenke? Welchen Wert in Euro haben die Sachen? Um welche Sportartikel genau geht es und wieviele? Welche DFB Gesellschaft genau ist Vertragspartner? Gibt es auf Seiten des DFB eine Gegenleistung, wenn ja welche genau?


Diese Fragen muss die Staatsanwaltschaft aufklären. Und genau deswegen interessiert sich die Steuerfahndung für die Verträge von Adidas mit dem DFB.


Adidas hat den Ermittlern am Mittwoch die Unterlagen über die Verträge mit dem DFB übergeben. Die steuerrechtliche Aufklärungsarbeit beginnt jetzt erst. Ob am Ende eine korrekte Versteuerung der Sachleistungen beim DFB besteht, oder nicht und damit eine Steuerhinterziehung vorliegt, wird sich zeigen.


Der DFB steht damit erneut im Visier der Staatsanwaltschaft. Im Oktober 2020 hatten Steuerfahnder die Geschäftsräume des DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre bereits durchsucht. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015. Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt.


Erfahren Sie mehr dazu:

Sehen Sie hier unsere Videos zu den Durchsuchungen bei Adidas und beim DFB an!